Sonntag, 25. Oktober 2009

Gut und Böse = Yin und Yang????

Sind Gut und Böse bzw. Krieg und Frieden wirklich die Polaritäten des Yin und Yang? Das halte ich für einen Irrtum.

Die Philosophie von Yin und Yang besagt zwar, daß alles in Gegesätzen existiert, die sich gegenseitig bedingen. Es gibt natürliche Polaritäten wie zum Beispiel Geburt und Tod, Heiß und Kalt, Tag und Nacht, die sich immer abwechseln. Wenn es tatsächlich ein Naturgesetz wäre, daß auf Frieden immer Krieg folgen müsse, dann wäre das das Todesurteil für die gesamte Menschheit. Den Menschen gäbe es dann bald nicht mehr. Hat die Tatsache, daß Menschen friedlich zusammensitzen, zwingend zur Folge, daß anderswo Menschen sich gegenseitig totschlagen müssen? Ein solcher Kosmos könnte keine Evolution beinhalten.
Krieg und Böse entstehen nach meinem Verständnis dann, wenn die Polaritäten von Yin und Yang in den Menschen nicht in Harmonie sind. Erst durch diese Unausgewogenheit ensteht ein instabiler Zustand vordergründiger Ruhe (einer gereizten Ruhe), die aus nichtigem Anlaß in Haß und Gewalt umschlägt.
Wenn es gelingt, die Polaritäten der Menschen in Harmonie zu bringen, dann hat die Menscheit eine gute Chance, sich selbst zu überleben.
Solche Menschen sind leider auch schlechte Konsumenten und sie machen Ärzte und Pharmalobby arm.



C.G. Jung sagte einmal: "Ich bin lieber ganz als gut!" Gut und schlecht beziehen sich hier wahrscheinlich auf die moralinsaure bürgerliche Bewertung seiner Zeit, in der bespielsweise Sexualität als schlecht angesehen wurde (Wohingegen man fröhlich in einen Krieg zog!). Erkennbar ist auch ein Bezug zum "Gutmenschentum", das meistens mehr schadet als nutzt.

Es passt auch zu meinen Gedanken, daß man seine eigenen Polaritäten ins Gleichgewicht bringen sollte. Ein Mensch, der mit sich im Gleichgewicht ist, hat kein Bedürfnis nach Hass und Krieg.



Kürzlich hörte ich, daß sich Yin und Yang auch in Gott und Teufel wiederspiegeln würden. Das höchste bewußte Prinzip, daß manche Gott nennen, ist oberhalb dieser Polarität. Es ist das "höchste Eine", das sozusagen der Gegenpol zur Polarität an sich ist. Der Teufel, falls es ihn überhaupt so gibt, ist nicht der Gegner Gottes, er ist Teil davon. In alten Mythologien war von "den Masken Gottes" die Rede.

Kommentare:

  1. Ja, ganz oft und natürlich nicht!
    In uns, um uns, alles ist Yin und Yang.
    Und ja, es ist in der Natur immer im Gleichgewicht
    auch im Menschen. Wir sehen nur nicht richtig hin oder hören nicht richtig zu.

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  2. DAO ist das Umfassendste, das Tiefste; das 'Höchste' trifft es nicht auf den Punkt, in der Quintessenz, denke ich; und DAO wurzelt im WUJI, dem Unfassbaren, der Quelle, dem Paradoxon... (Gott und Teufel ist die Dualität des christlichen Glaubens; wobei Gottvater das DAO wäre, und das altgermanische GINNUNGAGAP das Wuji.)

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